Hufeland-Preis für bedeutende Forschungsleistungen in der Präventivmedizin

Hufeland-Preis für bedeutende Forschungs­leistungen in der Präventivmedizin

Die Deutsche Ärzteversicherung ist Stifterin des Hufeland-­Preises, der zu den bedeu­tendsten deutschen Medizin­preisen zählt. Der Hufeland-Preis wird an Mediziner für richtungsweisende Leistungen und heraus­ragende Forschungs­ergebnisse in der Präventiv­medizin verliehen und ist mit 20.000 Euro dotiert.

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Der Hufeland-Preis – Stiftungsgeschäftsführer Patrick Weidinger im Interview​


Redaktion Herr Weidinger, es wurde der Hufeland-Preis 2018 ausgeschrieben. Wie lange kann man sich um den Hufeland-Preis 2018 bewerben?

Patrick Weidinger Die Arbeit muss bis 31.10.2018 beim Notar Dr. Neuhaus, Kattenbug 2, 50667 Köln eingegangen sein. Die Arbeiten sind bei einem Notariat einzureichen, weil dieses sicherstellt, dass nur anonymisierte Arbeiten an das Kuratorium weitergegeben werden. Bei Bedarf werden dort Hinweise auf den Autor geschwärzt.

Redaktion Was müssen Ärzte und Zahnärzte bei ihrer Bewerbung beachten?

Patrick Weidinger Eine Arbeit einreichen können nur Ärztinnen und Ärzte, und das Thema muss sich mit der Prävention und/oder der Versorgungsforschung befassen.

Redaktion Was hat man diesem Zusammenhang unter Versorgungsforschung zu verstehen?

Patrick Weidinger Die Stiftung geht mit der Zeit. Vor vier Jahren hat sie die Satzung um diesen Themenkreis erweitert. Somit können sich die eingereichten Arbeiten nicht nur mit Handlungsfeldern wie Bewegung, Ernährung, Stressbewältigung, Impfen und Sucht befassen, sondern auch mit Forschungen zu Krankenhaushygiene, Berufskrankheiten, Screening-Programmen und zur Patientenversorgung unter Alltagsbedingungen. Gerade für die

Versorgungsforschung spielen aktuelle Themen eine wichtige Rolle – dazu zählen etwa eine alternde Gesellschaft und die damit einhergehenden physischen und psychischen Erkrankungen.

Redaktion Wie entscheidet die Stiftung, welche der eingereichten Arbeiten die beste ist?

Patrick Weidinger Renommierte Professoren unterschiedlicher Fachrichtungen bilden das Preisrichtergremium. Sie schlagen unserem Stiftungskuratorium einen Preisträger vor. Das Kuratorium, in dem die Bundesärztekammer, die Bundeszahnärztekammer und die Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung vertreten sind, trifft dann die endgültige Entscheidung.

Redaktion Wie lange gibt es diesen Preis eigentlich schon?

Patrick Weidinger Die Stiftung und den Preis gibt es seit 1959. Mit dem Preis wird die beste wissenschaftliche Arbeit auf dem Gebiet der Präventivmedizin bzw. der Versorgungsforschung ausgezeichnet. Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert und wird im Rahmen eines Festaktes vergeben.

Berlin, 5. Oktober 2017: Verleihung des Hufeland-Preises in der URANIA Berlin im Rahmen des Deutschen Kongresses für Versorgungsforschung (DKVF)


Erfolgsfaktoren regionaler Demenz­netzwerke – Translationale Versorgungs­forschung zur Stärkung der sekundären Prävention bei Menschen mit Demenz und der primären Prävention bei pflegenden Angehörigen


Mit einem Festakt ist Professor Dr. med. Wolfgang Hoffmann und die Co-Autoren Dr. rer. pol. Bernhard Michalowsky und PD Dr. rer. med. Jochen René Thyrian mit dem Hufeland-Preis ausgezeichnet worden. Sie erhielten den mit 20.000 Euro dotierten Preis für ihre eingereichte Arbeit „Erfolgsfaktoren regionaler Demenz­netzwerke – Translationale  Versorgungs­forschung zur Stärkung der sekundären Prävention bei Menschen mit Demenz und der primären Prävention bei pflegenden Angehörigen“. Ziel der Studie war die Bestimmung von Determinanten erfolgreicher Demenz­netzwerke unter Nutzung qualitativer und quantitativer Methoden.
 
Professor Dr. med. Wolfgang Hoffmann ist Professor für bevölkerungs­bezogene Versorgungs­epidemiologie und Community Health an der Universitätsmedizin Greifswald.

Dr. rer. pol. Bernhard Michalowsky  arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) e.V. in der in der Helmholtz-Gemeinschaft am Standort Rostock/Greifswald.

PD Dr. rer. med. Jochen René Thymian arbeitet am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) e.V. in der Helmholtz-Gemeinschaft am Standort Rostock/Greifswald.
 
Das Grußwort bei der Verleihung hielt der Präsident der Bundes­ärzte­kammer Professor Dr. med. Frank Ulrich Montgomery. In einer Laudatio wurde die Arbeit der Wissenschaftler durch den Vorsitzenden des Kuratoriums Hufeland-Preis, Professor Dr. med. Erland Erdmann, gewürdigt.
 
Der Preisverleihung folgte ein Vortrag von Dr. med. Heidrun M. Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Köln, zum Thema: „Gelingt der Paradigmenwechsel – Chancen von Prävention und Gesundheitsförderung“.

Preisträger 2016


Professor Dr. med. Wolfgang Hoffmann (3.v.li) und die Co-Autoren Dr. rer. pol. Bernhard Michalowsky (2.v.li.) und PD Dr. rer. med. Jochen René Thyrian (2.v.re.) bei der Preisübergabe durch Timmy Klebb (re.), Vorstandsvorsitzender der Deutschen Ärzteversicherung und Prof. Dr. med. Erland Erdmann (li.), Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Hufeland-Preis

Berlin, 5. Oktober 2017: Vergabe Doktoranden­förderungen Versorgungs­forschung in der URANIA, Berlin im Rahmen des Deutschen Kongresses für Versorgungs­forschung (DKVF)


Im Rahmen der Verleihung des Hufeland-Preises 2016 am 5.10.2017 vergab die Stiftung Hufeland-Preis erstmalig Doktorandenförderungen für vier herausragende Dissertationen auf dem Gebiet der Versorgungs­forschung. Die Preisträger:

Julia Berendt für ihre Dissertation „Integration der Pallativmedizin in die von der Deutschen Krebshilfe e.V. geförderten Comprehensive Cancer Center („CCC“)“.

Helen Anna Schierke für ihre Dissertation „Impfkampagne 2.0. – zielgerichtet und adressatengerecht (Behandlung immunsupprimierter Patienten)“.

Jonathan Kottlors für seine Dissertation „Computertomographisch gestützte Evaluation von Thrombusmaterial beim ischämischen Schlaganfall“.

Markus Krause für seine Dissertation „Depression in der hausärztlichen Versorgung: Sind in den HzV-Vertrag der AOK Plus in Thüringen eingeschriebene Versicherte besser versorgt? – Eine Routinedatenanalyse“.

Doktorandenförderungen 2016


Die Preisübergabe durch Timmy Klebb, Vorsitzender des Vorstandes der Deutschen Ärzteversicherung und Prof. Dr. med. Erland Erdmann, Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Hufeland-Preis an Jonathan Kottlors, Markus Krause, Julia Berendt und Helen Anna Schierke (v.l.n.r.)

Stimmen anlässlich der Hufeland-Preisverleihung 2016

 
„Der Hufeland-Preis ist der wichtigste Preis der Präventivmedizin und Versorgungsforschung in Deutschland. Es waren immer außerordentlich erfolgreiche und bedeutende Forschungsprojekte, die der Stiftung vorgelegt wurden. Somit lässt sich sagen, dass die Stiftung Hufeland-Preis in den Jahrzehnten ihres Bestehens der prophylaktischen Aufgabe in der Medizin viele Impulse gegeben hat.“


Professor Dr. med. Erland Erdmann

 
„Das Thema Demenz, dem sich die ausgezeichnete Studie widmet, ist für uns alle von ganz entscheidender Bedeutung. Wir müssen uns heute umfassend darum kümmern, denn Demenz  ist nicht nur ein medizin­isches Problem, sondern ein multi­disziplinäres Netzwerk­problem.“


Prof. Dr. med. Frank Ulrich Montgomery,
Präsident der Bundesärztekammer


“Es muss uns gelingen, den individuellen Nutzen der Prävention für den Einzelnen deutlich zu machen.  Erst dann ist es möglich, die Präventionsziele im Bewusstsein der Menschen zu verankern.“


Dr. med. Heidrun M. Thaiss


„Versorgungsforschung braucht immer die ganz enge Verbindung zu den Akteuren in der Versorgung, von denen zwar viele keine Wissenschaftler sind – die aber trotzdem intensiv mit der Wissenschaft zusammen­arbeiten sollten, um die Versorgungsqualität zu erhöhen. So sehen auch wir uns als Versicherer in den Versorgungskreislauf eingebunden. Zum Teil als Datenlieferanten, zum Teil als Empfänger der Ergebnisse der Versorgungsforschung und natürlich auch als Versicherungsvertragspartner der  Angehörigen der akademischen Heilberufe.“


Timmy Klebb,
Vorsitzender des Vorstandes der Deutschen Ärzteversicherung

Auszeichnung für bedeutende Forschungsleistungen seit 1960

Der Hufeland-Preis wird seit 1960 jedes Jahr von der Hufeland-Stiftung vergeben, in der neben der Deutschen Ärzteversicherung AG die Bundes­ärzte­kammer, die Bundes­zahn­ärzte­kammer und die Bundes­vereinigung Prävention und Gesund­heits­förderung e.V. vertreten sind.
 

Sehen Sie, wer in den letzten Jahren mit welcher Arbeit den Preis erhalten hat.

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