Hufeland-Preis für bedeutende Forschungsleistungen in der Präventivmedizin

Hufeland-Preis für bedeutende Forschungs­leistungen in der Präventivmedizin

Die Deutsche Ärzteversicherung ist Stifterin des Hufeland-­Preises, der zu den bedeu­tendsten deutschen Medizin­preisen zählt. Der Hufeland-Preis wird an Mediziner für richtungsweisende Leistungen und heraus­ragende Forschungs­ergebnisse in der Präventiv­medizin verliehen und ist mit 20.000 Euro dotiert.

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Hufeland-Preis Doktorandenförderung

Das wird alle Doktorandinnen und Doktoranden besonders freuen:
4 Doktorarbeiten auf dem Gebiet der Versorgungsforschung werden mit jeweils 5.000 Euro durch die Stiftung Hufeland-Preis unterstützt.

Hufeland-Preis Doktorandenförderung

Auf einen Kaffee mit Professor Dr. med. dent. Klaus Pieper

Welche Erfahrungen hat ein Universitätsprofessor und Direktor der Abteilung Kinderzahnheilkunde an der Philipps-Universität Marburg im Laufe seines Berufslebens gemacht? Und was kann er jungen Studenten, Ärzten und Forschern mit auf den Weg geben? Die Antworten und mehr erfahren Sie im Interview mit dem ehemaligen Hufeland-Preisträger.

Berlin, 22.10.2015: Verleihung des Hufeland-Preises in der Landesvertretung des Saarlandes

Komm mit in das gesunde Boot


Mit einem Festakt ist Professor Dr. med. Dr. h.c. Jürgen Michael Steinacker mit dem Hufeland-Preis ausgezeichnet worden. Er erhielt den mit 20.000 Euro dotierten Preis für die Arbeit „Komm mit in das gesunde Boot“. Seit 2009 fördert das Projekt körperliche Aktivität und gesunden Lebensstil bei Grundschulkindern. Bewegung, Ernährung und Freizeitgestaltung sind Themen, die Lehrer, die als Multiplikatoren fungieren, Grundschulkindern näherbringen. 2.700 Lehrer mit ca. 65.000 Kindern haben bislang das Programm implementiert.

Professor Dr. med. Dr. h.c. Jürgen Michael Steinacker ist Universitäts­professor an der Universität Ulm und Leiter der Sektion Sport und Rehabilitations­medizin des Universitätsklinikums Ulm; Facharzt für innere Medizin, Kardiologie, Sportmedizin und Rehabilitationsmedizin.

Grußworte hielten bei der Verleihung der Präsident der Bundes­ärzte­kammer, Professor Dr. med. Frank Ulrich Montgomery, sowie Professor Dr. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundes­zahnärzte­kammer und Professor Dr. med. Klaus-Michael Braumann, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention.

Der Preisverleihung folgten Vorträge zum Präventions­gesetz durch Helga Kühn-Mengel, Präsidentin der Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V., und Rudolf Henke, 1. Vorsitzender des Marburger Bundes – Bundesverband.


Professor Dr. med. Dr. h.c. Jürgen M. Steinacker (li.) bei der Preisübergabe durch Timmy Klebb, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Ärzteversicherung

Der Hufeland-Preis – Stiftungsgeschäftsführer Patrick Weidinger im Interview​

Redaktion Herr Weidinger, könnten Sie uns bitte erläutern, welche Kernaufgabe die Stiftung Hufeland-Preis hat?

Patrick Weidinger Die Stiftung Hufeland-Preis wurde 1959 gegründet. Seither schreibt sie jährlich einen Preis für die beste wissenschaftliche Arbeit auf dem Gebiet der Präventivmedizin aus, der heute mit 20.000 Euro dotiert ist.

Redaktion Wie entscheidet die Stiftung, welche der eingereichten Arbeiten die beste ist?

Patrick Weidinger Renommierte Professoren unterschiedlicher Fachrichtungen bilden das Preisrichtergremium. Sie schlagen unserem Stiftungskuratorium nach intensiver Diskussion über jede der eingereichten anonymisierten Arbeiten einen Preisträger vor. Das Kuratorium, in dem die Bundesärztekammer, die Bundeszahnärztekammer und die Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung vertreten sind, trifft dann die endgültige Entscheidung.

Redaktion Wie lange kann man sich um den Hufeland-Preis 2016 bewerben?

Patrick Weidinger Die Arbeit muss bis einschließlich 31.10.2016 versandt worden sein.

Redaktion Was müssen Ärzte und Zahnärzte beachten, wenn sie sich bewerben möchten?

Patrick Weidinger Die eingereichte Arbeit muss sich mit einem Thema der Prävention oder einem Thema der auf Prävention bezogenen Versorgungsforschung befassen.  

Redaktion Was hat man diesem Zusammenhang unter Versorgungsforschung zu verstehen?
  
Patrick Weidinger Die Stiftung geht mit der Zeit. Vor drei Jahren hat sie die Satzung um diesen Themenkreis erweitert. Somit können sich die eingereichten Arbeiten nicht nur mit Handlungsfeldern wie Bewegung, Ernährung, Stressbewältigung, Impfen und Sucht befassen, sondern auch mit Forschungen zu Krankenhaushygiene, Berufskrankheiten, Screening-Programmen und zur Patientenversorgung unter Alltagsbedingungen. Gerade für die Versorgungsforschung spielen aktuelle Themen eine wichtige Rolle – dazu zählen etwa eine alternde Gesellschaft und die damit einhergehenden physischen und psychischen Erkrankungen.

Berlin, 18.09.2014: Verleihung des Hufeland-Preises im Hotel Adlon Kempinski

Prävention in Kitas


Mit einem Festakt sind am 18. September 2014 Professor Dr. med. Wolfgang Hoffmann, Dr. phil. Marco Franze und Annika Gottschling-Lang mit dem Hufeland-Preis ausgezeichnet worden. Sie erhielten den mit 20.000 Euro dotierten Preis für ihre Arbeit „Prävention in Kitas“.

Professor Dr. Wolfgang Hoffmann und Dr. Marco Franze arbeiten am Institut für Community Medicine der Universitätsmedizin Greifswald und Dipl.-Psych. Annika Gottschling-Lang an der Medizinischen Hochschule Hannover.

Grußworte hielten bei der Verleihung der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Frank Ulrich Montgomery, sowie die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesgesundheitsministerium, Annette Widmann-Mauz (CDU). Der Preisverleihung folgte das „Forum der Stiftung Hufeland-Preis“ unter Leitung und Moderation von Professor Dr. med. Erland Erdmann, dem Vorsitzenden der Stiftung.

Die Preisübergabe durch Timmy Klebb, Vorsitzender des Vorstandes der Deutschen Ärzteversicherung an Annika Gottschling-Lang, Prof. Dr. med.  Wolfgang Hoffmann und Dr. phil. Marco Franze

Stimmen anlässlich der Hufeland-Preisverleihung 2014

 
„Der Hufeland-Preis ist der älteste und renommierteste Präventionspreis in Deutschland“.

 
Prof. Dr. med. Erland Erdmann,
Em. Klinikdirektor des Herzzentrums der Universität zu Köln und Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Hufeland Preis

 
„ Das Interessante an dieser Forschungsarbeit ist der interdisziplinäre Ansatz. Hier wird Prävention über den Tellerrand der Medizin hinaus erforscht“.


Prof. Dr. med. Frank Ulrich Montgomery,
Präsident der Bundesärztekammer

 
„Mit der Studie wurde überzeugend dargestellt, dass durch  frühzeitige Intervention im Kindesalter Verhaltensprobleme vorgebeugt werden kann“.

 
Annette Widmann-Mauz,
Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesministerium für Gesundheit

 
„Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass es dringend notwendig ist, dem  Bereich Prävention im Gesundheitswesen einen höheren Stellenwert einzuräumen“.
 

Prof. Dr. Dr. med. Reinhard Ketelhut,
Medical Director des „Medical Center  Berlin“

 
„Gesundheitsförderung und Prävention sind gesamtgesellschaftliche Aufgaben“.

 
Dr. med. Klaus Reinhardt,
Bundesvorsitzender des Hartmannbundes

  
„Versorgungsforschung kann helfen, die Erkenntnisse der Prävention, Kuration und Rehabilitation besser umzusetzen und die Umsetzungsbedingungen zu verbessern“.
 

Prof. Dr. phil. Holger Pfaff,
Direktor des Instituts für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft der Universität zu Köln

 
„Die Standards einer modernen Gesundheitsforschung sind frühzeitiges Beginnen unter Berücksichtigung der Zielgruppenmerkmale und der Orientierung an den Lebensphasen“.
 

Prof. Dr. med. Elisabeth Pott,
Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

Die Studie

„Der Zauberer spricht bei seinen Tricks Zauberwörter aus, um besser zaubern zu können. Diese Zauberwörter sind schwierige Wörter, die ihr noch nie gehört habt. Mal sehen, ob ihr auch Zauberwörter sprechen könnt“ - sagt eine Erzieherin. Und das Nachsprechen von Zauberwörtern wie z.B. „re-lo-ma-nu“ oder „pe-ka-ti-ro“ stellt für einige Kinder eine schwierige Aufgabe dar. Denn es ist wichtig zu wissen, welche Kinder in Kindertageseinrichtungen (Kitas) in welchem Bereich besonders gefördert werden sollten.

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Ergebnisse der Einschulungsuntersuchungen in den einzelnen Bundesländern zeigen, dass ein erheblicher Anteil der Kinder insbesondere von Auffälligkeiten in der sprachlichen Entwicklung betroffen ist (etwa 10-25% der Einschüler). Solche Ergebnisse sind besorgniserregend, denn die betroffenen Kinder haben ungünstige Voraussetzungen für den Schulerfolg. Daher ist es sinnvoll, Kinder möglichst  frühzeitig gezielt zu fördern, um sie so in ihrer Gesundheit und ihrem Wohlergehen zu stärken. Neben dem Elternhaus kann dies gerade in Kindertageseinrichtungen (Kitas) erfolgen, da dort ein erheblicher Teil aller Kinder erreicht werden kann.

Ergebnisse des Modellprojekts „Kinder in Kitas (KiK)“ zeigen, dass ein Präventionsprogramm zur Stärkung kindlicher Kompetenzen in den Bereichen Sprache, Motorik und emotional- soziales Verhalten einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Kindergesundheit darstellt und die Erzieherinnen in ihrer Arbeit unterstützt. Dabei wurden die 12 beteiligten Kitas mit insgesamt 870 Kindern im Alter von 3 bis 6 Jahren in eine Interventions- bzw. Kontrollgruppe aufgeteilt: das Präventionsprogramm kam nur in der Interventionsgruppe zum Einsatz, die andere Hälfte der Kitas förderte die Kinder in gewohnter Weise. Hier zeigte sich, dass Kinder der Interventionsgruppe, die zum ersten Messzeitpunkt eine Entwicklungsgefährdung aufwiesen, knapp ein Jahr später ein überzufällig besseres Testergebnis als die Kinder der Kontrollgruppe erzielten. Ebenso erfreulich war die hohe Akzeptanz des eingesetzten Testverfahrens („Dortmunder Entwicklungsscreening für den Kindergarten DESK 3-6“), mit dem die kindlichen Kompetenzen zu den beiden Messzeitpunkten erhoben wurden. So beschrieben 97% der befragten Erzieherinnen das DESK als hilfreich zum Erkennen kindlicher Entwicklungsgefährdungen.

Mittlerweile wird das DESK durch die Novellierung eines Kita-Gesetzes flächendeckender in ganz Mecklenburg-Vorpommern eingesetzt. Speziell für Kitas in sozial benachteiligten Regionen stellt die Landesregierung zusätzliche finanzielle Mittel für die Förderung entwicklungsgefährdeter Kinder und die damit verbundene mittelbare pädagogische Arbeit (Dokumentation von Testergebnissen und Elterngesprächen, Erstellen von Entwicklungsplänen für entwicklungsgefährdete Kinder) bereit. Als Voraussetzung für den Erhalt dieser zusätzlichen Mittel werden die jährliche Durchführung des DESK bei allen 3- bis 6-Jährigen über einen Zeitraum von mindestens 3 Jahren sowie die Beteiligung an einer wissenschaftlichen Prozessbegleitung gesetzlich vorgeschrieben. Jährlich werden Testergebnisse aus über 100 Kitas erhoben. Zum ersten Messzeitpunkt liegen Testergebnisse von 6.241 Kindern vor, die freiwillige Beteiligung am Projekt ist mit einer Teilnahmequote von 96% sehr hoch. Auch anhand dieser weitaus größeren Stichprobe zeigt sich, dass Entwicklungsgefährdungen vor allem im sprachlich-kognitiven und sozialen Bereich häufig sind.

„Mit DESK einen Standard erreicht, auch gegenüber Eltern und Öffentlichkeit“.

Sagt auch eine Erzieherin. Und mit dieser Meinung steht sie nicht allein. So geben 88% der Kita-Leitungen an, dass sich die Förderung entwicklungsgefährdeter Kinder durch die Einführung des objektiven Tests verbessert habe. Knapp 2/3 der Befragten berichten auch über Verbesserungen der Elternarbeit und intensivere Kooperationen im Kita-Team. Die Einschätzungen der Kita-Erzieherinnen decken sich mit den Ergebnissen der Veränderungsmessung bei den Kindern. Diese zeigen bereits nach einem Beobachtungszeitraum von etwa einem Jahr deutliche Verbesserungen der kindlichen Entwicklung: Zwischen 41 und 64 Prozent der Kinder, die zum 1. Messzeitpunkt noch ein auffälliges Testergebnis aufwiesen, zeigen zum 2. Messzeitpunkt ein unauffälliges Testergebnis – sichtbare Folge der verstärkten und gezielteren Förderaktivitäten von Erzieherinnen in den beteiligten Kitas, der Eltern und der kita-externen Fachdienste.

Auszeichnung für bedeutende Forschungsleistungen seit 1960

Der Hufeland-Preis wird seit 1960 jedes Jahr von der Hufeland-Stiftung vergeben, in der neben der Deutschen Ärzteversicherung AG die Bundes­ärzte­kammer, die Bundes­zahn­ärzte­kammer und die Bundes­vereinigung Prävention und Gesund­heits­förderung e.V. vertreten sind.
 

Sehen Sie, wer in den letzten Jahren mit welcher Arbeit den Preis erhalten hat.

 
Sollten Sie mit Ihrer Forschungs­arbeit im Bereich der Präventiv­medizin am Wett­bewerb um den Hufeland-­Preis teil­nehmen wollen, finden Sie hier die Aus­schreibungs­unterlagen.

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